Sichere Fischbestände und feste Fangquoten – Warum es nicht zu Überfischung kommt

Die Alaska-Seelachs-Fischerei in Alaska fischt nach vorsichtig gesetzten Fangquoten auf wissenschaftlicher Basis. Es kommt nicht zu Überfischung. Wie wird die Fangquote bestimmt?

Maßnahmen gegen Überfischung der Meer

Ein wichtiges Element der nachhaltigen Fischerei in Alaska ist das vorsichtige, vorausschauende Setzen der jährlichen Fangquoten. Das bedeutet, dass die Menge Alaska-Seelachs, die gefangen werden darf, vor der Fangsaison festgelegt wird. Die erste Fangsaison findet von Januar bis einschließlich April, die zweite Fangsaison von Juni bis einschließlich Oktober statt.

Fangquoten nach wissenschaftlicher Empfehlung – Wie werden die Fangquoten bestimmt?

Das System zum Setzen der Fangquote ist dem Mandat der Bundesregierung der Vereinigten Staaten unterstellt. Die Quote selbst wird von dem auf US-Bundesebene einberufenen North Pacific Fishery Management Council, einem Rat für Fischereimanagement, gesetzt. Seit über 40 Jahren arbeitet die Alaska-Seelachs-Fischerei eng mit Wissenschaftlern zusammen, um eine stabile wissenschaftliche Grundlage für die jährliche Fangquote zu schaffen. Jedes Jahr führen die auf US-Bundesebene eingesetzte Wissenschaftler Untersuchungen der Alaska-Seelachs-Fischerei durch, um die Anzahl ausgewachsener Alaska-Seelachse im Ozean zu bestimmen. Auf Grundlage dieser und weiterer historischer Daten, empfehlen sie die aus biologischer Sicht akzeptable Fangmenge („Acceptable Biological Catch“, ABC). Dies ist die Höhe, die gemäß der Einschätzung der Wissenschaftler nachhaltig gefangen werden kann.

Der ABC wird von anderen Wissenschaftlern überprüft und eine Empfehlung für die jährliche Fangquote gegenüber dem Rat ausgesprochen. Fachsprachlich heißt die Fangquote „Total Allowable Catch“ (TAC). Die Fangquoten werden meist unterhalb der wissenschaftlichen Empfehlungen festgelegt, jedoch nie darüber.

Die jährliche Fangquote wird meist unterhalb der wissenschaftlichen Empfehlungen festgelegt, jedoch nie darüber. 2017 beträgt sie in der östlichen Beringsee weniger als die Hälfte. Quelle: NOAA/GAPP

Durchgehende Kontrolle, Analyse und Dokumentation

Mann bei Selektion

100% des gefangenen Fisches wird gewogen und auf die Quote angerechnet. Zur Kontrolle der Fangmengen begleitet mindestens ein von den US-Bundesbehörden zugelassener Beobachter jedes Schiff der Alaska-Seelachs-Fischerei in Alaska sowie jede Anlage, die Alaska-Seelachs verarbeitet. Diese Beobachter analysieren und dokumentieren den Fang, führen Forschungsarbeiten und melden die Fangmengen an die Bundesregierung der Vereinigten Staaten. Die Berichte werden elektronisch verarbeitet und in Echtzeit übertragen. So ist immer gewährleistet, dass die Fangmengen nicht überschritten werden. Die Schiffe sind zudem mit Schiffsüberwachungssystemen (Vessel Monitoring Systems, VMS) ausgestattet, die den US-Bundesbehörden erlauben, deren Standort in Echtzeit zu verfolgen.

Gemeinsam für die Nachhaltigkeit

Im Jahr 1999 haben die Alaska-Seelachs-Fischereien in Alaska Fischereikooperativen gegründet. Deren Teilnehmenden wird ein fester Prozentsatz an der Gesamtfangmenge gewährt und sie dürfen diese Menge in ihrem eigenen Tempo fangen. Durch diese festen Anteile an der Fangquote müssen die Fischer nicht mehr hektisch so viel Fisch wie möglich in kurzer Zeit fangen („race for the fish"), sondern können sich vollständig auf ihren Anteil konzentrieren. Dadurch können die Fischer sicherer arbeiten und in einer höheren Qualität produzieren. Und die Fischereikooperativen boten einen weiteren Vorteil: Jetzt werden 100% des Fisches verarbeitet und nichts wird verschwendet. Es werden heute neue Produkte hergestellt, zum Beispiel Fischhaut für die Wundheilung oder Fischöl.