Alaska-Seelachs (Gadus chalcogrammus) – der Fisch hinter dem Filet

Seit Jahren liegt er beim Fischkonsum in Deutschland auf einem der ersten Plätze: der Alaska-Seelachs. Doch was verbirgt sich für ein Fisch hinter dem bekannten Namen?

Was ist Alaska-Seelachs?

Der Alaska-Seelachs, von Fachleuten auch Alaska-Pollack (engl. Alaska pollock) oder Pazifischer Pollack (engl. Pacific pollock) genannt, gehört zur Familie der Dorsche und lebt in den kalten Gewässern des Nordpazifiks. Er ist also ein Salzwasserfisch. Besonders häufig kommt er in der östlichen Beringsee vor, das ist der Teil des Beringmeers vor den Küsten Alaskas.

Ein Dorsch, kein Lachs

Trotz seiner historisch bedingten, deutschen Handelsbezeichnung ist Alaska-Seelachs kein Lachs oder Wildlachs und auch nicht mit den Lachsfischen verwandt. Ebenso sollte er nicht mit dem Seelachs – dem sogenannten Köhler – verwechselt werden. Der Köhler lebt im Nordatlantik, weit entfernt von Alaska. Zudem unterscheidet er sich in seinem Fettgehalt, der Farbe des Fleisches sowie seinem Geschmack deutlich vom Alaska-Seelachs.

Fakt

Alaska-Seelachs gehört zur Familie der Dorsche.

Er ist ein enger Verwandter des Atlantischen Kabeljaus.

Was bedeutet Theragra chalcogramma?

Den lateinischen Namen des Alaska-Seelachses kennen aufmerksame Käufer von der Produktverpackung: Gadus chalcogrammus oder Theragra chalcogramma. Früher wurde der Alaska-Seelachs in seine eigene Gattung, Theragra, eingeordnet. Der Begriff entstammt dem Griechischen: ‚theragros‘ (gut zu jagen). Chalcogramma stammt von griechisch ‚chalcos‘ (Kupfer) und ‚gramma‘ (Zeichnung) und bezieht sich auf die silbrig-braune Färbung des Fisches. Heute heißt Alaska-Seelachs wissenschaftlich Gadus chalcogrammus. Dieser Name verdeutlicht seine Zugehörigkeit zur Dorschfamilie (Gadidae) und zur Fischgattung Gadus, zu welcher übrigens auch verschiedene Kabeljau-Arten gehören. Zu den Verwandten des Alaska-Seelachs zählen Pazifischer Kabeljau und Atlantischer Kabeljau. Alle Gadus-Arten sind als Speisefische beliebt und haben eine große Bedeutung für die Seefischerei.

Wie lebt Alaska-Seelachs?

Alaska-Seelachs lebt semi-pelagisch. Pelagisch bedeutet „im freien Wasser schwimmend“. Semi-pelagisch heißt dementsprechend, dass der Fisch einen Teil seiner Lebenszeit im Freiwasserbereich verbringt, den anderen Teil in Bodennähe. Dadurch unterscheidet sich Alaska-Seelachs von Fischen, die primär am Meeresboden leben, wie Flunder oder Seezunge. Die meisten erwachsenen Alaska-Seelachse leben in einer Wassertiefe von 100 bis 300 Meter. Sie können aber auch im Oberflächenwasser angetroffen werden. Der Fisch macht täglich vertikale Wanderungen im Wasser, wobei er seiner Nahrung folgt. Das heißt, er beginnt in der Nähe des Meersbodens und wandert nachts zum Fressen bis an die Oberfläche. Auch im Sommer, wenn sich mehr Nahrung, zum Beispiel Zooplankton, im oberen Wasserbereich sammelt, kommt der Alaska-Seelachs weiter nach oben. Mit höherem Alter verbringt er mehr Zeit in Bodennähe.

Alaska-Seelachs ist ein Gruppenfisch. Der einzelne Fisch lebt in sehr großen Gruppen, sogenannten Schulen, mit anderen Individuen zusammen. In der Gruppe geht er auf Nahrungssuche. Noch größere Gruppen Alaska-Seelachs treffen beim Laichen zusammen. Alaska-Seelachs gilt als besonders fruchtbar. Ein Weibchen legt pro Jahr bis zu 15 Millionen Eier.

Anders als Zuchtfische ernährt sich der Wildfisch Alaska-Seelachs vollständig natürlich. Als Jungfisch frisst er vor allem Krill, Zooplankton und andere Krustentiere. Erwachsene Alaska-Seelachse fressen kleine Fische, Krill und Wirbellose.

Wie sieht Alaska-Seelachs aus?

Die Deutschen kennen Alaska-Seelachs in erster Linie als Fischstäbchen und Schlemmerfilet. Da die Alaska-Seelachs-Fischerei den Fisch nach dem Fang filetiert, erreicht er den deutschen Markt so gut wie nie in seiner vollständigen Form. Wie er aussieht, ist vielen daher unbekannt. Vom Aussehen her ähnelt der Alaska-Seelachs dem Kabeljau. Seine charakteristischen Erkennungsmerkmale:

  • Er hat einen langgestreckten Körper und ist eher ein kleiner Fisch. Durchschnittlich erreicht er eine Länge von 30 bis 50 Zentimeter.
  • Sein Gewicht liegt zwischen 450 und 1.350 Gramm.
  • Seine Farbe ist olivgrün bis braun am Rücken und an den Seiten silbrig. Seinen Körper ziert eine geschwungene Seitenlinie. Die marmorierte, teilweise fleckige Färbung soll dem Alaska-Seelachs Schutz vor Feinden bieten.
  • Aufgrund seines großen Auges wird er in Amerika auch „Big-Eye Pollock“ (Großaugen-Pollock) oder „Walleye Pollock“ genannt. „Walleye“ bezieht sich auf die nach außen gerichteten Augen.