Sichere Bestände: Mehr Alaska-Seelachs im Meer, Fischer fangen nur kleinen Anteil

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Der in Deutschland meistverzehrte Wildfisch, der Alaska-Seelachs, ist wohlauf – so das Ergebnis der diesjährigen Untersuchungen aus Alaska, die am 11. Dezember vor dem zuständigen Rat für Fischereimanagement, dem North Pacific Fishery Management Council, präsentiert wurden. Staatliche Wissenschaftler berichten, dass die Bestände in der östlichen Beringsee im letzten Jahr um circa 13 Prozent gewachsen sind. Dennoch werden die Fischer in Alaska deutlich weniger Alaska-Seelachs fangen, als aus wissenschaftlicher Sicht zulässig wäre. Grund sind die strengen Vorgaben für die Fangquote.

Alaska-Seelachs-Fischer in Alaska fischen nach vorsichtig gesetzten Fangquoten. Bild: GAPP/Brinster Stills

Alaska-Seelachs steckt in zahlreichen deutschen Leibspeisen, wie Fischstäbchen und Schlemmerfilet, und gehört mit 18,3 Prozent Marktanteil zu den meistverzehrten Fischen hierzulande. Vor diesem Hintergrund ist es gut zu wissen, dass die Fischbestände im Fanggebiet FAO 67 in Alaska streng kontrolliert werden. Teams aus Wissenschaftlern führen jedes Jahr Untersuchungen durch, um die Anzahl ausgewachsener Alaska-Seelachse im Ozean zu bestimmen.

Auch die Menge des gefangenen Alaska-Seelachses wird genau kontrolliert und dokumentiert. Auf Grundlage der neuen und historischen Daten empfehlen Wissenschaftler die aus biologischer Sicht akzeptable Fangmenge, also die Menge, die gemäß der Einschätzung der Wissenschaftler nachhaltig gefangen werden kann. Diese Empfehlung wird von unabhängigen Wissenschaftlern zusätzlich begutachtet, bevor sie an den Rat für Fischereimanagement gehen, der die finale Fangquote festlegt. Seit Anbeginn der Fischerei wurde die Fangquote in Alaska stets unter der nachhaltigen Empfehlung der Wissenschaftler oder dieser entsprechend angesetzt, nie darüber.

Mehr Fisch, aber Fangquote bleibt fast gleich

Für 2017 haben die Wissenschaftler für die östliche Beringsee einen Bestand von 13 Millionen Tonnen Alaska-Seelachs ermittelt. Sie bewerten es aus Nachhaltigkeitssicht als akzeptabel, dass 2,8 Millionen Tonnen gefangen werden dürften. Dennoch hat das Gremium die Fangquote auf 1,345 Millionen Tonnen festgelegt, also weniger als der Hälfte. Dies bedeutet im Umkehrschluss: Die Fischer lassen die Hälfte der erlaubten Menge im Meer.

Dieses nachhaltige Management zeigt Wirkung: Die Fischbestände bleiben sicher und gesund.

„Unsere diesjährige Bewertung zeigt, dass die Alaska-Seelachs-Bestände sehr gesund sind“, betont auch Dr. Jim Ianelli, Fischereiwissenschaftler am Alaska Fisheries Science Center in Seattle. „Zusätzlich zu unseren jährlichen wissenschaftlichen Studien wird sämtlicher gefangener Fisch gewogen und gegen die Quote verrechnet, was von staatlichen Fischerei-Beobachtern verifiziert wird. All diese Daten nutzen wir, um die Biomasse und die akzeptablen Fangmengen zu bestimmen.“

Die jährliche Fangquote wird meist unterhalb der wissenschaftlichen Empfehlungen festgelegt, jedoch nie darüber. 2017 beträgt sie in der östlichen Beringsee weniger als die Hälfte. Quelle: NOAA/GAPP

Nachhaltigkeit unabhängig zertifiziert

Die Alaska-Seelachs-Fischerei in Alaska ist eine der größten der Welt – und eine der nachhaltigsten. Die langfristige gesunde Bestandsgröße des Alaska-Seelachses aus Fanggebiet FAO 67 ist auch eine der Voraussetzungen für die MSC-Zertifizierung der Fischerei. Schon drei Mal wurde die Fischerei vom MSC (Marine Stewardship Council) zertifiziert und gehört zu den ersten zertifizierten Fischereien der Welt. 

„Die Alaska-Seelachs-Fischerei in Alaska gilt weltweit als einer der Pioniere in Sachen nachhaltiger Fischerei. Sie erfüllt die strengen, wissenschaftsbasierten Zertifizierungskriterien des MSC in vollstem Maße“, betont Stefanie Kirse vom MSC Deutschland. 

Verbraucher können ihre Fischgerichte also mit ruhigem Gewissen genießen.