Alaska-Seelachs aus dem Nordostpazifik vereint Qualität und Nachhaltigkeit

Gastbeitrag

Wir trennen unseren Müll, fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und nutzen grünen Strom – kurzum: wir geben unser Bestes, um unser Leben nachhaltig zu gestalten. Das ist jedoch nicht immer einfach. Besonders der Lebensmitteleinkauf stellt in diesem Zusammenhang für viele Menschen eine Herausforderung dar: Wie können Qualität und Nachhaltigkeit beim Fischeinkauf verbunden werden? Eine Möglichkeit ist die bewusste Entscheidung für Alaska-Seelachs aus dem Nordostpazifik (FAO 67). In diesem Beitrag erklärt Meeres- und Fischereibiologe Dr. Manfred Klinkhardt die Hintergründe:

Der Alaska-Seelachs ist ein Schwarmfisch, der 30 bis 500 Meter unter dem Meeresspiegel lebt. Fische dieser Art werden bis zu 50 cm lang und wiegen durchschnittlich 500 bis 600 Gramm. Ein relativ kleiner Fisch also, doch sein Bestand gehört zu den größten in den Weltmeeren und ist zudem trotz der intensiven fischereilichen Nutzung seit vielen Jahren anhaltend stabil. Für diese Stabilität gibt es mehrere Gründe:

  • Alaska-Seelachse werden bereits mit drei oder vier Jahren geschlechtsreif. Ab diesem Zeitpunkt laichen sie jährlich bis zu einem Alter von circa 15 Jahren. Dieser ständige Nachschub an Nachwuchs stabilisiert und erhält den Bestand auf einem hohen Ni-veau.
  • Alaska-Seelachse sind extrem fruchtbar. Die Anzahl der produzierten Eier wird von verschiedenen Faktoren wie Alter, Größe und Ernährung beeinflusst. Im Durchschnitt legt ein einzelnes Weibchen jährlich zwischen 100.000 und 1,2 Millionen Eier ab.
  • Der Alaska-Seelachs ernährt sich von einem sehr breiten Nahrungsspektrum. Er braucht zwar tierische Nahrung, begnügt sich dabei jedoch mit kleinen Planktonfressern, die im nördlichen Pazifik in riesigen Mengen vorkommen.

Herkunft des Alaska-Seelachses

Der Name „Alaska-Seelachs“ lässt schon erahnen, dass der Fisch hauptsächlich in der Region Alaska beheimatet ist. Darüber hinaus wird diese Fischart auch in russischen Gewässern gefangen. Die Herkunft der Fische beeinflusst in starkem Maße die Bedingungen ihres Fanges sowie die Standards und die Qualität ihrer Verarbeitung. Wem diese Faktoren nicht gleichgültig sind, der sollte beim Einkauf von Alaska-Seelachs-Produkten unbedingt auf die Herkunftsregion der Rohware achten. Wenn auf der Verpackung das Kürzel „FAO 67“ (meist in der Nähe des Haltbarkeitsdatums) angegeben ist, kann man sicher sein, dass der Fisch aus dem Nordostpazifik stammt. Zu diesem Gebiet gehören das östliche Beringmeer und der Golf von Alaska – und dort unterliegt die Fischerei den US-amerikanischen Fischereivorschriften, die auf eine schonende, umweltverträgliche und nachhaltige Nutzung der Ressourcen ausge-richtet sind.

FAO 67 steht für einen nachhaltigen Ursprung der Alaska-Seelachse

Der Alaska-Seelachs-Bestand stellt in den Hauptregionen seines Verbreitungsgebietes beachtliche Teile der Biomasse. Man schätzt, dass rund 60 Prozent der Fischbiomasse in der Beringsee und annähernd 20 Prozent im Gebiet der Aleuten sowie dem Golf von Alaska auf das Konto dieser Fischart gehen. In der Fischereiregion FAO 67 ist der Bestand des Alaska-Seelachses seit Jahrzehnten stabil, weil die Fischerei nur so viel entnimmt, wie das Repro-duktionspotential dieser Fischart erlaubt und das Ökosystem dauerhaft tragen kann. Dieser vorsorgende Ansatz ist im American Fisheries Act (AFA) verankert, der die Rahmenbedin-gungen der Fischerei vor Alaska reguliert. Mit dem Kauf von Alaska-Seelachs-Produkten aus dieser Region kann jeder Verbraucher diese auf Nachhaltigkeit ausgerichtet Fischerei unter-stützen. Dadurch leistet er einen Beitrag zum Erhalt des Bestandes dieser wirtschaftlich wich-tigen Fischart, den Alaska-Seelachs sozusagen durch bewusste Nutzung zu schützen.